Was tun gegen Vitaminmangel?

Was tun gegen Vitaminmangel?

Medizinische Studien belegen immer wieder: Vitaminmangel ist eine häufige Ursache für diverse Krankheiten und mangelnde Fitness. Zusätzlich ist der alltägliche Stress in Job und Familie ein echter Vitaminkiller. Um den täglichen Vitaminbedarf ausreichend zu decken, gilt die Formel fünf Mal am Tag Obst und Gemüse essen. Dies entspricht einer Menge von ca. 600 g. Die Meisten schaffen aber kaum die Hälfte.

 

Wer zu wenig Vitamine zu sich nimmt, fühlt sich schnell schlapp und antriebslos, ist infektanfällig und unausgeglichen. Gerade im Winter bei mangelnder Sonne und Minusgraden zieht man die Couch oft dem Spaziergang vor. Das verschärft das Problem zusätzlich, denn der Körper und der Stoffwechsel brauchen Bewegung, Licht und Sauerstoff. Im Winter ist es deshalb besonders wichtig bei der Ernährung auf ausreichend Vitamine zu achten.


Lange Lagerung schadet
Frisches Obst und Gemüse sollte man besser nicht auf Vorrat kaufen, denn im Winter verlieren diese bei falscher oder langer Lagerung viele ihrer Vitamine. Schon innerhalb weniger Tage verringern sie sich drastisch. Tiefkühlgemüse ist im Winter deshalb eine gute Alternative. Außerdem sollte man jetzt besser auf regionale Gemüsesorten zurückgreifen, die weniger von Lager- und Lieferzeiten betroffen sind. Gerade heimische Kohlsorten sind besonders vitaminreich. Wahre Vitaminspritzen sind junge Sprossen oder Keimlinge wie Mungobohnen, die man roh dem Salat beimischen kann.

Die Lebensumstände beachten
Schlechte Gewohnheiten oder besondere Lebensumstände wie Schwangerschaft, Stress, Krankheit, übermäßiger Alkohol- oder Zigarettenkonsum kurbeln den Vitaminbedarf zusätzlich an. Auch Kinder und Jugendliche in Wachstumsphasen sowie ältere Menschen zählen zur Risikogruppe. Während die Jüngeren meist noch keinen rechten Geschmack an gesundem Essen gefunden haben, sind Senioren zum häufigen Einkaufen und Kochen oft nicht in der Lage. Die Folge sind einseitige Ernährung oder zu viele Fertigprodukte.

Vitaminpräparate gezielt einsetzen
Wenn die Ernährung den Bedarf nicht decken kann, sind Vitaminpräparate sinnvoll. Kombipräparate mit geringen Einzeldosen sind allerdings oft nicht ausreichend. Das Gießkannenprinzip nützt bei Vitaminen eher wenig. Aber auch zu hohe Dosen können unter Umständen gefährlich werden, denn nicht immer wird, was zu viel ist, einfach ausgeschieden. „Einzelne Vitamine wie Vitamin A können im Überfluss sogar Schaden anrichten. Wichtig ist deshalb festzustellen, welche Vitamine aufgrund der eigenen Lebenssituation und Ernährungsgewohnheiten fehlen und welches die passende Tagesdosis ist“, rät Apotheker Heiko Meyer von der Ruhrland-Apotheke in Stiepel.

Allzweckwaffe Vitamin D
In der dunklen Jahreszeit ist besonders Vitamin D Mangelware, denn  der Körper braucht zum Speichern des wichtigen Vitamins Sonnenlicht. Zwanzig Minuten täglich mit unbedeckten Armen und Gesicht in der Sonne genügen schon. Wenn dies nicht möglich ist, hilft nur ein Vitaminpräparat oder die entsprechende Ernährung. 1 – 2 Mal pro Woche fetter Seefisch sowie regelmäßig Eier, Milch, Käse und Pilze auf den Speiseplan können einen Mangel ausgleichen. Vitamin D ist ein wichtiger Rachitisschutz für Säuglinge. Es sorgt für gesundes Wachstum und starke Knochen und wirkt als Schutzschild gegen viele Krankheiten. So kann es beispielsweise die Knochenfestigkeit verbessern und das Risiko von Brüchen im Alter reduzieren.

 

Erschienen im Stiepeler Bote, Nr. 178, Februar 2011