Ist bei Hämorrhoiden Sport noch möglich?

Ist bei Hämorrhoiden Sport noch möglich?

Wer, wie etwa jeder Zweite über 30-jährige, wiederkehrende Probleme mit brennenden und blutigen Hämorrhoiden hat, fragt sich oft, ob er eigentlich Joggen sollte oder das Fahrradfahren noch sinnvoll ist.



Sportliche Aktivitäten als Teil eines gesunden Lebensstils wirken sich grundsätzlich positiv auf vergrößerte Hämorrhoiden aus. Regelmäßige Bewegung, eine ballaststoffreiche ausgewogene Ernährung und ein angemessenes nicht zu hohes Körpergewicht beeinflussen die Verdauung und damit den Stuhlgang positiv. Beim Laufen ist natürlich auf gut gefederte Schuhe zu achten und harte Böden sollte man eher meiden. Auf weichem Waldboden dürfte Joggen dagegen kein Problem sein. Und wenn es keine akuten Beschwerden gibt, ist Fahrradfahren auf ebenem Boden durch die geringen Erschütterungen auf einem gut gepolsterten Sattel und mit speziellen Hosen sogar noch besser als Joggen. Allerdings wirkt sich starkes Schwitzen ungünstig auf die Hämorrhoiden aus. Auf Schwimmen oder Saunagänge sollte man abgesehen vom Hygieneproblem je nach Schweregrad besser verzichten. Chlor, Salz, Bakterien und auch Hitze reizen zusätzlich und vergrößern eher die Probleme. Duschen und Cremen danach ist deshalb besonders wichtig.


Ernährung ist wichtig
Starkes Pressen durch zu harten Stuhl aufgrund einseitiger Ernährung – zu viele Kohlehydrate und Fette, zu wenig Obst, Gemüse und Vollkorn - wirken sich dagegen äußerst negativ aus und können den Gang zur Toilette zur echten Qual machen. Hier bringen Ballaststoffe wie Leinsamen oder Flohsamen aus der Apotheke, täglich in Joghurt oder Müsli gerührt, schnelle Abhilfe. Und natürlich sollte das Trinken nicht vernachlässigt werden. Nur eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung von 1,5 – 2 Litern Wasser stellt einen geregelten und weichen Stuhlgang sicher. Wer sich frühzeitig um eine vernünftige Verdauung kümmert, kann Probleme mit den Hämorrhoiden meist klein halten oder eine Verschlimmerung vermeiden.

Hygiene beachten
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Vorbeugung ist die richtige  Analhygiene im Allgemeinen und nach jedem Gang zur Toilette. Bei der Wahl des Toilettenpapiers sollte man auf ein besonders sanftes und wenig reizendes Produkt zurückgreifen. So löblich der Umweltschutzaspekt auch sein mag, das klassische „danke Recycling Papier“ ist hier aber sicher nicht die richtige Wahl. Besser sind mehrlagige „Soft“-Produkte. Besonders gut reinigen feuchte Tücher. Hierbei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass diese keine Konservierungsmittel oder Duftstoffe enthalten, denn auch diese Stoffe können die Haut noch stärker reizen. Zu guter letzt: Finger weg von Abführmitteln! Diese können das Problem sogar noch verstärken anstatt zu helfen.

Sich Rat holen
Bei akuten Beschwerden wie Brennen und Jucken helfen entsprechende Cremes oder Zäpfchen, die die Symptome lindern und die Entzündung hemmen. Auch eine Reihe Naturheilmittel wie Arnika, Kamille, Hamamelis, Eichenrinde und Teebaumöl haben als Salben oder Sitzbäder eine ähnliche Wirkung. Apotheker Heiko Meyer ergänzt hierzu den Tipp: „Bei den angebotenen Mitteln muss man aber ganz genau auf die persönlichen Beschwerden achten. Es gibt nicht das eine Mittel, dass auf jeden passt. Deshalb behandeln Sie sich nicht über längere Zeit selber, sondern holen Sie sich gleich fachmännischen Rat. Bei Themen wie diesem, können Sie natürlich auch ganz diskret zum Telefon greifen und uns anrufen. Das Problem aussitzen hat bei Hämorrhoiden jedenfalls noch nie geholfen“.