Wen juckt's?

Wen juckt's?

Die Wintermonate machen unserer Haut besonders zu schaffen. Kälte und trockene Heizungsluft stören die Barrierefunktion der Haut und trocknen diese aus. Chronisch entzündliche Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte) werden begünstigt und können den Alltag sowie die Psyche der Betroffenen belasten.

 

 

Neurodermitis und Psoriasis sind weit verbreitet. Während Neurodermitis häufiger im Kleinkindalter auftritt, betrifft die Schuppenflechte vermehrt Jugendliche und Erwachsene.  Beide Krankheitsbilder beruhen auf eine Überreaktion des Immunsystems. Die Ursachen dafür sind vielfältig und reichen von erblicher Vorbelastung über Luftallergene (Pollen, Tierhaare, Schimmel, Hausmilben) und Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktose und Gluten bis hin zu psychischen (emotionalen) Belastungen. Es trifft somit zu, dass die Haut der Spiegel der Seele sei! Hautirritationen können auch durch Schweiß, Textilien wie Wolle und bestimmte chemische Stoffe in Hygieneprodukten und  am Arbeitsplatz ausgelöst werden.

 

Im Vergleich zur Neurodermitis leiden Psoriasispatienten neben dem quälenden Juckreiz v.a. unter der starken Abschuppung der Haut. Somit ergeben sich teilweise unterschiedliche Therapieansätze. In der Ruhrland-Apotheke helfen wir Ihnen gerne, die für Sie richtige Behandlung herauszufinden. Zunächst sollten Sie die krankheitsauslösenden Triggerfaktoren herausfinden und möglichst meiden. Dies kann manchmal schwierig sein, wenn die Allergenexposition mit der beruflichen Tätigkeit zusammenhängt. Neben einer pflegenden Basistherapie können gegebenenfalls auch entzündungshemmende Maßnahmen nötig sein.

 

Bei der Körperpflege ist darauf zu achten, dass  anstelle von normalen Seifen die besser verträglichen Syndets und rückfettende Duschöle verwendet werden. Eine besondere Pflege der Haut kann Irritationen vorbeugen und Linderung verschaffen. Dabei ist es wichtig, die Haut mit der fehlenden Feuchtigkeit zu versorgen. Apothekerin Anja Wiesner von der Ruhrland-Apotheke  empfiehlt hydrophile Cremes, die  Harnstoff (Urea) enthalten. Dieser sorgt dafür, dass die Haut wieder mehr Feuchtigkeit binden kann und hat somit einen nachhaltigen Effekt. Fetthaltige Salben schützen die Haut vor äußeren Einflüssen und verhindern einen übermäßigen Wasserverlust. Es gibt jedoch auch Bestandteile, die ein allergenes Potential aufweisen. Dies betrifft v.a. Duftstoffe und bestimmte Konservierungsmittel sowie Emulgatoren. Nicht immer ist für den Patienten die Zusammensetzung einer Salbe offensichtlich. In der Ruhrland-Apotheke wird daher über die lateinischen Bezeichnungen und zusammengesetzten Grundlagen aufgeklärt.

 

Bei Psoriasispatienten verstärkt die übermäßige Schuppenbildung den Juckreiz. Mit hornhautablösenden Ölen oder Salben wird dieser Prozess beschleunigt und lindert somit die Beschwerden. Verwendung finden dabei Milchsäure und Salicylsäure, welche zugleich entzündungshemmende Eigenschaften aufweist. Bei großflächigem Kopfbefall und bei Kindern rät die Deutsche Dermatologische Gesellschaft jedoch von Salicylsäure ab. Stattdessen werden bestimmte Salbengrundlagen verwendet, die das Auflösen der Schuppung fördern. Auch Harnstoff kann in höheren Konzentrationen von den Schuppen befreien. Anja Wiesner ergänzt: „Abzuraten ist von alkoholischen Lösungen. Diese trocknen die Haut zusätzlich aus und wirken somit kontraproduktiv. “

 

Sollten vorbeugende Pflegemaßnahmen und die Basistherapie nicht ausreichen, helfen manchmal nur noch verschreibungspflichtige Cortisoncremes. Diese wirken rasch reizlindernd und entzündungshemmend und sind bei kurzzeitiger und richtiger Anwendung  sicher und gut verträglich.