Trocken oder feucht - wie versorgt man Wunden eigentlich richtig?

Gesundheitstipps - Trocken oder feucht - wie versorgt man Wunden eigentlich richtig?

Die Wundversorgung hat sich in den letzten Jahren medizinisch erheblich weiterentwickelt. Um eine schnellere Heilung und weniger Narbenbildung zu erreichen, stehen heute neue Behandlungsmethoden zur Verfügung -  auch bei den kleinen Verletzungen im Haushalt. Feuchte Schnellverbände sind eine echte Alternative zum klassischen Pflaster.


Ob aber trocken oder feucht sinnvoll ist, hängt grundsätzlich von der Art der Wunde ab. Kleinere Schnitt- oder Schürfwunden, die gerade im Haushalt oder bei Kindern häufig vorkommen, können ruhig mit dem üblichen Pflaster behandelt werden. Vorher allerdings oberflächlich reinigen und ggf. leicht desinfizieren - mit einem Desinfektionsspray oder –tuch. Wer auf die Pflaster-Klebstoffe empfindlich reagiert, sollte weiße Pflaster den braunen vorziehen. Sie sorgen dafür, dass die Wunde sauber bleibt, austrocknet und sich rasch wieder schließt, was bei kleineren Schnitt- oder Schürfwunden sinnvoll ist.

Hautabschürfungen heilen feucht besser
Bei größeren Abschürfungen kann der klassische Schnellverband aber mit der Wunde verkleben und beim Wechseln die neugebildete Haut wieder zerstört werden. Dasselbe gilt für Wundkompressen, die mit einer Mullbinde auf der Wunde fixiert werden. Neuartige Verbandstoffe und Pflaster verhindern das Verkleben. Apotheker Heiko Meyer rät deshalb: „Großflächige Schürfwunden, die schlecht heilen und lange nässen, werden besser mit beschichteten Wundauflagen, die eine feuchte Wundheilung ermöglichen versorgt. Antiseptisches Silber verhindert außerdem eine Wundinfektion.“ Auch schwer heilende chronische Wunden an den Unterschenkeln, Brandwunden oder Blasen werden mit einer feuchten Wundversorgung behandelt.

Im Notfall richtig handeln
Eine falsche Wunderversorgung verlangsamt die Heilung und fördert die Narbenbildung. Daher Finger weg von Hausmitteln wie Backpulver oder Ähnlichem, auch mit Salben sollte man bei offenen Wunden vorsichtig sein und besser den Fachmann fragen. Bei Platz- und Bisswunden geht man besser gleich zum Arzt, da diese oft genäht werden müssen. Besonders gefährlich sind übrigens Bisse von Menschen, da der menschliche Speichel von Bakterien nur so wimmelt. Als erste Maßnahme sollte man bei offenen Verletzungen mit Mullbinden und sterilen Kompressen einen provisorischen Druckverband anlegen. Selbst in Zeiten der Hightech-Medizin können Wunden noch immer zu einem echten Problem werden, besonders bei fehlender Tetanusimpfung. Deshalb besser gleich jemanden fragen, der sich damit auskennt.

 

 

Erschienen im Stiepeler Bote,  Nr. 175, November 2010